Evangelischer Frauenkreis

Erinnerungen an die evangelische Frauenhilfe Loshausen (Hildegard Carl)

Die Loshäuser Frauenhilfe wurde von Frau Moutoux gegründet und nach dem Tod von Pfarrer Moutoux durch Frau Fritsch weitergeführt. Pfarrer Fritsch leitete die christliche Bauernhochschule im „Schloss“ und vertrat in der Zeit der Vakanz im Kirchspiel Zella, bis die Stelle 1934 durch Pfr. Carl, meinen späteren Mann, besetzt wurde. Er war ab 1934 für die Arbeit der Frauenhilfe zuständig, ich in der Zeit von 1936 bis 1967.

Die Frauenhilfe traf sich zuerst im „Schloss“, bis dieses für Evakuierte aus dem Saargebiet und später für andere Vertriebene benötigt wurde. Dann kam man in der Wohnung von Kirchendiener Schwalm zusammen und ab Kriegsbeginn reihum in den zum Schutz vor alliierten Bombern verdunkelten Räumen der Mitglieder. Nach dem Krieg fanden die Zusammenkünfte dann wieder bei Schwalms statt, bis der Gemeinderaum neben der Kirche gebaut war und auch die Zusammenkünfte der Frauenhilfe aufnahm.

Die Zahl der Mitglieder, Anfang der dreißiger Jahre sehr groß, ging auf Grund der Entstehung der NS-Frauenschaft zurück und nahm nach dem Ende des „Dritten Reiches“ wieder zu.

Inhalt der Zusammenkünfte war gemeinsames Singen, Bibelarbeit, Gebet, Lesen von Kurzgeschichten oder fortlaufenden Erzählungen. Dabei wurde meistens gestrickt. Auch wurden Veranstaltungen vorbereitet. Seit den fünfziger Jahren wurden Lebensmittelpaktet für Patengemeinden in der DDR gepackt, nachdem Schlachtwaren, Kaffee und dergleichen dafür gesammelt worden waren. Für die Innenausstattung des Gemeinderaums veranstaltete die Frauenhilfe einen Dorfabend mit Verkauf und Versteigerung von Handarbeiten wie Klammerschürzen, Schuhputzkisschen, Brillenetuis aus Materialien, die z.B. von den Firmen Schidleja, Rode, Schwabe gespendet worden waren.

Öfters kam der Pfarrer zur Bibelarbeit oder ein kirchlicher Mitarbeiter oder Referent zu einem bestimmten Thema. Man nahm an der Dorfbibelwoche teil.Es kamen kirchliche Mitarbeiter, die im Reisedienst tätig waren. Einige Namen von Referenten aus jenen Jahren: Missionar Schmoll 1937, Pastor Hagen 1937, Missionar George, Gottlieb Jourdan 1940, Pfarrer Freudenstein 1941, die Pfarrer Müller, Leuchtmann und Sommerfeld, die Missionare Gebhardt und Möpps, Pfarrer Müller-Osten (zur Einweihung der Kirche nach der Restaurierung 1954), die Missionare Mees und Uloth 1958 sowie die Pfarrer Reineck, Würzburg und Leutinger sowie Prediger Wisch, die 19955/56 aus der DDR hier zu Besuch waren, außerdem Lotte Koch, Hilde Funk, die Diakonissen Marie Berge, Luise Kimm, Maria Fröhlich, Frieda-Marie Roth, Frau Thiel-Deutken und Pfarrerin Christiane Beisenherz, schließlich der Schulpsychologe Friedrich Henke.

Im Winter fand ein Nachbarschaftstreffen mit Gästen aus den umliegenden Dörfern statt und ebenfalls jährlich das Reformationsfrauentreffen. Es wurde bald nach dem Krieg von Frau Laabs gebonnen und wird bis heute durchgeführt.

Die Frauenhilfe machte auch jedes Jahr einen Tagesausflug mit dem Omnibus, z.B. nach Hannoversch Münden, Rüdesheim etc. und hat in den den 31 Jahren von 1936 bis 1967 bestimmt noch vieles andere getan, was mir entfallen ist, aber anderen Zeitzeugen noch im Gedächtnis steht.

Nachtrag:

Seit 1967 leitete Herr Pfarrer Johannes Rohde die Frauenhilfe. Bei Bibelarbeiten, Singen, Basteln und Gesprächen gingen die Stunden um. Wir haben unter anderem zwei Basare ausgerichtet und dafür wochenlang gestrickt, gebastelt und auch gebacken. Der Erlös ging an unsere Kirche in Loshausen sowie die Kirchengemeinde Oberzella. Viele Kirchenbesuche haben wir mit Gesang begleitet, Kinderfeste ausgerichtet mit Waffeln Backen und auf Beerdigungen gesungen beim Tod eines Mitgliedes des Frauenkreises.

Auch haben wir andere Frauenkreise besucht oder zu uns eingeladen. Irgendwann wurde aus der Frauenhilfe dann der Frauenkreis. Seit 2002 begleitet uns nun Herr Pfarrer Rübeling.

Der Frauenkreis besteht nun schon 77 Jahre.

 

Kontakt

Elke Nagel

Dorfstr. 5

34628 Wil.-Ransbach

Treffpunkt

Ev. Kirchenraum

Di. 19.00 Uhr